Ein schöner Herbsttag im September 2005 und ich?
Ich muss ins Krankenhaus einen Besuch machen. Na gut, es ist meine Oma und ich mag sie, also nichts wie hin. Nachdem ich mich 2 Stunden mit 4 alten Damen „vergnügt“ hatte, beschloss ich Heim zu gehen.
Vom Flur des Krankenhauses konnte ich in ein Zimmer sehen und was sah ich da? „Herbert, bist Du das?“
In diesem Zimmer lag tatsächlich mein alter Bekannter Herbert H. (36). Aber wie er dort lag, einen Verband um den Kopf und beide Beine in Gips!
„Erzähl, alter Junge, wie geht denn so was?“
Und Herbert erzählte: Er wollte sein Dach neu decken, mit der Hilfe seine Bruders Felix. Zunächst einmal sollten die neuen Dachziegel nach oben, damit sie nicht immer runter und wieder hinauf marschieren mussten, die alten konnte man getrost runter werfen. Felix hatte zu diesem Zweck extra einen Flaschenzug besorgt.
Felix war auf dem Dach, nahm die Ziegel entgegen und Herbert stand unten und befestigte jedes mal ein Paket Dachziegel am Flaschenzug und zog es hinauf. 3 Stunden lang ging alles gut, bis Herbert zu den letzten zwei Paketen kam. "So, die beiden noch und das war`s dann", dachte er. "Wieso eigentlich nacheinander, die letzten beiden nehme ich doch gleich zusammen", war sein Gedanke.
Also wurden die beiden Dachziegelpakete gemeinsam an den Flaschenzug geschnürt und nach oben gezogen. Kaum hatte Herbert das Paket knapp über die Hälfte der Strecke nach oben gezogen, spürte er plötzlich, wie er vom Boden abhob.
Die Dachziegel waren schwerer als er, rauschten zu Boden und zogen ihn mit einem Ruck nach oben. Leider ließ er das Seil des Flaschenzugs auf seiner Reise nach oben nicht los, sauste in einem Affenzahn nach oben. Dort angekommen, knallte er mit dem Kopf an den Ausleger des Flaschenzugs und ... jetzt ließ er das Seil los ... und abwärts ging die Fahrt!
Unten aufgeschlagen, war das Ergebnis eine Gehirnerschütterung, ein gebrochenes Becken und zwei gebrochene Beine.
Ganz ehrlich: Herbert tat mir zwar leid, aber ein heimliches Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen.
„Ja, ja, lach nur, das tut jeder bei der Geschichte. Aber ein Gutes hat es immer noch, ich bin Privatpatient und kann hier zwischen 3 Mahlzeiten täglich wählen und die Krankenschwestern sind hier auch freundlicher und etwas hübscher als auf der normalen Station!“
Stimmt, wie mir der Anblick der Stationsschwester bestätigte.
Übrigens: Herberts Dach muss wohl noch 6 – 8 Wochen warten!